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Die Menschen um mich vermeinten mich scheu, nannten mich schüchtern (ich hatte mein Geheimnis verbissen hinter den Zähnen). Aber in mir wuchs ein eiserner Wille. Mein ganzes Denken und Trachten war in eine Richtung gespannt: zurück nach Wien, zurück zu Dir. Und ich erzwang meinen Willen, so unsinnig, so unbegreiflich er den andern scheinen mochte. Mein Stiefvater war vermögend, er betrachtete mich als sein eigenes Kind. Aber ich drang in erbittertem Starrsinn darauf, ich wolle mir mein Geld selbst verdienen, und erreichte es endlich, daß ich in Wien zu einem Verwandten als Angestellte eines großen Konfektionsgeschäftes kam.
Muß ich Dir sagen, wohin mein erster Weg ging, als ich an einem nebligen Herbstabend – endlich! endlich!
– in Wien ankam? Ich ließ die Koffer an der Bahn, stürzte mich in eine Straßenbahn – wie langsam schien sie mir zu fahren, jede Haltestelle erbitterte mich – und lief vor das Haus. Deine Fenster waren erleuchtet, mein ganzes Herz klang. Nun erst lebte die Stadt, die mich so fremd, so sinnlos umbraust hatte, nun erst lebte ich wieder, da ich Dich nahe ahnte, Dich, meinen ewigen Traum.
Ich ahnte ja nicht, daß ich in Wirklichkeit Deinem Bewußtsein ebenso ferne war hinter Tälern, Bergen und Flüssen als nun, da nur die dünne leuchtende Glasscheibe Deines Fensters zwischen Dir war und meinem aufstrahlenden Blick. Ich sah nur empor und empor: da war Licht, da war das Haus, da warst Du, da war meine Welt. Zwei Jahre hatte ich von dieser Stunde geträumt, nun war sie mir geschenkt. Ich stand den langen, weichen, verhangenen Abend vor Deinen Fenstern, bis das Licht erlosch. Dann suchte ich erst mein Heim.
Jeden Abend stand ich dann so vor Deinem Haus. Bis sechs Uhr hatte ich Dienst im Geschäft, harten, an- strengenden Dienst, aber er war mir lieb, denn diese Unruhe ließ mich die eigene nicht so schmerzhaft fühlen. Und geradewegs, sobald die eisernen Rollbalken hinter mir niederdröhnten, lief ich zu dem gelieb- ten Ziel. Nur Dich einmal sehen, nur einmal Dir begegnen, das war mein einziger Wille, nur wieder einmal mit dem Blick Dein Gesicht umfassen dürfen von ferne. Etwa nach einer Woche geschah‘s dann endlich, daß ich Dir begegnete, und zwar gerade in einem Augenblick, wo ichs nicht vermutete: während ich eben hinauf zu Deinen Fenstern spähte, kamst Du quer über die Straße. Und plötzlich war ich wieder das Kind, das dreizehnjährige, ich fühlte, wie das Blut mir in die Wangen schoß; unwillkürlich, wider meinen innersten Drang, der sich sehnte, Deine Augen zu fühlen, senkte ich den Kopf.
我周围的人认为我腼腆,说我害羞脸嫩,我咬紧牙关,不把我的秘密告诉任何人。可是在我心里却产生了一个钢铁般的意志。我一心一意只想着一件事:回到维也纳,回到你身边。经过努力,我的意 志得以如愿以偿,不管它在别人看来,是何等荒谬 绝伦,何等难以理解。我的继父很有资财,他把我看作是他自己亲生的女儿。可是我一个劲儿地顽固坚持,要自己挣钱养活自己,最后我终于达到了目的,前往维也纳去投奔一个亲戚,在一家规模很大的服装店里当了个职员。
难道还要我对你说,在一个雾气迷茫的秋日傍晚我终于!终于!来到了维也纳,我首先是到哪儿去的吗?我把箱子存在火车站,跳上一辆电车,——我觉得这电车开得多么慢啊,它每停一站我就心里冒火——跑到那幢房子跟前。你的窗户还亮着灯光,我整个心怦怦直跳。到这时候,这座城市,这座对我来说如此陌生,如此毫无意义地在我身边喧嚣轰响的城市,才获得了生气,到这时候,我才重新复活,因为我感觉到了你的存在,你,我的永恒的梦。
我没有想到,我对你的心灵来说无论是相隔无数的山川峡谷,还是说在你和我那抬头仰望的目光之间只相隔你窗户的一层玻璃,其实都是同样的遥远。我抬头看啊,看啊:那儿有灯光,那儿是房子,那儿是你,那儿就是我的天地。两年来我一直朝思暮想着这一时刻,如今总算盼到了。这个漫长的夜晚,天气温和,夜雾弥漫,我一直站在你的窗下,直到灯光熄灭。然后我才去寻找我的住处。
以后每天晚上我都这样站在你的房前。我在店里干活一直干到六点,活很重,很累人,可是我很喜欢这个活,因为工作一忙,就使我不至于那么痛切地感到我内心的骚乱。等到铁制的卷帘式的百叶窗哗的一下在我身后落下,我就径直奔向我心爱的目的地。我心里唯一的心愿就是,只想看你一眼,只想和你见一次面,只想远远地用我的目光搂抱你的脸!大约过了一个星期,我终于遇见你了,而且恰好是在我没有料想到的一瞬间:我正抬头窥视你的窗口,你突然穿过马路走了过来。我一下子又成了那个十三岁的小姑娘,我觉得热血涌向我的脸颊;我违背了我内心强烈的、渴望看见你眼睛的欲望,不由自主地一低头,
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