宁采臣,浙人。性慷爽,廉隅自重 (有胆有识)。每对人言:“生平无二色 (说一句,算一句)。”适赴金华,至北郭,解装 (休息一下) 兰若。寺中殿 塔壮丽;然蓬蒿没人,似绝行踪 (为何?)。东西僧舍,双扉虚掩;惟南一小舍,扃键如新 (应有人住)。又顾殿东隅,修竹拱把;阶下有巨池,野藕已花。 意甚乐其幽杳 (果然眼光不俗)。会学使案临,城舍价昂,思便留止 (求实惠), 遂散步以待僧归 (如此荒落,还能有和尚?)。
日暮,有士人来,启南扉。宁趋为礼,且告以意 (古人不苟且如此,若今人,先蒙着住,问我再说)。士人 曰:“此间无房主,仆亦侨居 (也是白住房的)。能甘荒落,旦晚惠教,幸甚。 ”宁喜,藉藁代床,支板作几,为久客计 (竟想常住)。是夜,月明高洁,清光似水,二人促膝殿廊(雅兴),各展姓字。士人自言:“燕姓,字赤霞。”宁疑为赴试诸生,而听其音声,殊不类浙 (不是同乡)。诘之,自言:“秦人(陕西人)。”语甚朴诚。
既而相对词竭 (仍存戒备心),遂拱别归寝。
Ning Caichen war ein Mann aus Zhejian Provinz. Er war grosszuegig, nicht geldgierig und besass sehr viel Selbstachtung. Oft versprach er den anderen: "Man kann sich auf mein Wort verlassen." Zufaellig war er unterwegs nach Jinhua. An der noerdlichen Grenze der Stadt Jinhua angekommen, ruhte er sich in einem Tempel aus. Die Halle und die Tuermer waren grandios, doch das Gras und die Bueschel waren so hoch und verwachsen, dass sie einen Menschen bedecken konnten.
Es schien keine Spur von Menschenseele zu geben. Im Westen und Sueden der Halle lagen die Schlafraueme der Moenche, sie waren nicht verschlossen, ausser einem kleinen Zimmer, das im Sueden lag. Es hatte ein neues Schloss. Und im Osten der Halle wuchsen Bambusse, die so dick waren, dass man ein Bambusrohr mit zwei Haenden halten musste. Unter der Treppe war ein riesiger Teich, in dem die wilden Seerosen bluehten. Zu dieser Zeit standen die Regierungspruefungen in Jinhua kurz bevor, deswegen war die Miete in der Stadt sehr hoch. So dachte Ning Caichen daran, im Tempel zu bleiben. Er spazierte herum und wartete auf die Rueckkehr der Moenche. Am Fruehabend kam ein Gelehrte und oeffnete die Tuer von dem kleinen Zimmer im Sueden. Ning Caichen eilte schnell zu ihm, um diesen zubegruessen. Er erzaehlte dem Gelehrten von seiner Absicht, im Tempel zu wohnen.
Der Gelehrte sagte: "Der Tempel hat keinen Besitzer, auch ich wohne hier nurals Gast. Wenn Sie diese Verlassenheit und Wildnis ertragen koennen, werdeich mich geehrt fuehlen, von Ihnen am Morgen und Abend gelehrt zu werden."
Ning Caichen war sehr froh. Gras ausgebreitet als Bett, ein Brett hingestelltals Tisch, machte er sich bereit fuer eine laengere Wohnzeit. Am selben Abendlag der klare Mond am Himmel, der Mondschein strahlte wie klares Wasser auf dieErde. Im Korridor der Halle sassen die beiden Maenner sich sehr nahe gegenueberund stellten sich vor. Der Gelehrte nannte zuerst seinen Namen: "Mein Nachnameist Yan und mein Name ist Chixia." Ning dachte sich, dass Yan Chixia ein Studentwar, der bei der Regierungspruefung dabei sein wollte. Aber von seinem Akzent herwar er nicht aus Zhejiang. Als Ning Caichen diesen danach fragte, antwortete er:
"Ich komme aus Shanxi." Beide sprachen sehr aufrichtig. Nach einer Weile sahensie sich an und hatten sich nichts mehr zu sagen, deswegen wuenschten sie dem anderen Gute Nacht und gingen schlafen.