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Was dann in den nächsten Tagen geschah, wie ich mich, ein machtloses Kind, wehrte gegen ihren übermächtigen Willen, das kann ich Dir nicht schildern: noch jetzt zittert mir, da ich daran denke, die Hand im Schreiben. Mein wirkliches Geheimnis konnte ich nicht verraten, so schien meine Gegenwehr bloß Starrsinn, Bosheit und Trotz.
Niemand sprach mehr mit mir, alles geschah hinterrücks. Man nutzte die Stunden, da ich in der Schule war, um die Übersiedlung zu fördern: kam ich dann nach Hause, so war immer wieder ein anderes Stück ver- räumt oder verkau. Ich sah, wie die Wohnung und damit mein Leben verfiel, und einmal, als ich zum Mittagessen kam, waren die Möbelpacker dagewesen und hatten alles weggeschleppt. In den leeren Zimmern standen die gepackten Koffer und zwei Feldbetten für die Mutter und mich: da sollten wir noch eine Nacht schlafen, die letzte, und morgen nach Innsbruck reisen.
An diesem letzten Tag fühlte ich mit plötzlicher Entschlossenheit, daß ich nicht mehr leben konnte ohne Deine Nähe. Ich wußte keine andere Rettung als Dich. Wie ich mirs dachte und ob ich überhaupt klar in diesen Stunden der Verzweiflung zu denken vermochte, das werde ich nie sagen können, aber plötzlich – die Mutter war fortstand ich auf im Schulkleid, wie ich war, und ging hinüber zu Dir. Nein, ich ging nicht: es stieß mich mit steifen Beinen, mit zitternden Gelenken magnetisch fort zu Deiner Tür.
Ich sagte Dir schon, ich wußte nicht deutlich, was ich wollte: Dir zu Füßen fallen und Dich bitten, mich zu behalten als Magd, als Sklavin, und ich fürchte, Du wirst lächeln über diesen unschuldigen Fanatismus einer Fünfzehnjährigen, aber – Geliebter, Du würdest nicht mehr lächeln, wüßtest Du, wie ich damals draußen im eiskalten Gange stand, starr vor Angst und doch vorwärts gestoßen von einer unfaßbaren Macht, und wie ich den Arm, den zitternden, mir gewissermaßen vom Leib losriß, daß er sich hob und – es war ein Kampf durch die Ewigkeit entsetzlicher Sekunden
– den Finger auf den Knopf der Türklingel drückte. Noch heute gellts mir im Ohr, dies schrille Klingelzeichen, und dann die Stille danach, wo mir das Herz stillstand, wo mein ganzes Blut anhielt und nur lauschte, ob Du kämest.
以后几天发生过什么事情,我这么一个无权自主的孩子又怎样抵挡过他们压倒一起的意志,这一切我都没法向你形容:直到现在,我一想到当时,我这握笔的手就抖了起来。我真正的秘密我又不能泄露,结果我的反对在他们看来就纯粹是脾气倔强、固执己见、心眼狠毒的表现。
谁也不再答理我,一切都背着我进行。他们利用我上学的时间搬运东西:等我放学回家,总有一件家俱搬走了或者卖掉了。我眼睁睁地看着我的家搬空了,我的生活也随之毁掉了。有一次我回家吃午饭, 搬运工人正在包装家俱,把所有的东西都搬走。在空荡荡的房间里放着收拾停当的箱子以及给我母亲和我准备的两张行军床:我们还得在这儿过一夜,最后一夜,明天就乘车到因斯布鲁克去。
在这最后一天我突然果断地感觉到,不在你的身边,我就没法活下去。除了你我不知道还有什么别的救星。我一辈子也说不清楚,我当时是怎么想的, 在这绝望的时刻,我是否真正能够头脑清醒地进行思考,可是突然——我妈不在家——我站起身来, 身上穿着校服,走到对面去找你。不,我不是走过去的:一种内在的力量象磁铁,把我僵手僵脚地、 四肢哆嗦地吸引到你的门前。
我已经跟你说过了,我自己也不明白,我到底打算怎么样:我想跪倒在你的脚下,求你收留我做你的丫头,做你的奴隶。 我怕你会取笑一个十五岁的女孩子的这种纯洁无邪的狂热之情,可是亲爱的,要是你知道,我当时如何站在门外冷气彻骨的走廊里,吓得浑身僵直, 可是又被一股难以捉摸的力量所驱使,移步向前,我如何使了大劲儿,挪动抖个不住的胳臂,伸出手去——这场斗争经过了可怕的几秒钟,真象是永恒一样漫长——用指头去按你的门铃,要是你知道了这一切,你就不会取笑了。刺耳的铃声至今还在我耳边震响,接下来是一片寂静,我的心脏停止了跳动,我周身的鲜血也凝结不动,我凝神静听,看你是否走来开门。
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